Natur+Reisen, Tiere
Bärenkinder
ARD
14.01.,
16:30 - 17:15
Infos
Audiodeskription
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2014
Bären sind die größten und mächtigsten Landraubtiere Europas. Natürliche Feinde haben sie nicht, dennoch gibt es nur noch wenige Regionen, in denen Bären vorkommen: Der Mensch reduziert ihren Lebensraum, drängt sie immer weiter in entlegene Gebiete zurück. Doch einige Bären-Arten drehen den Spieß um. Sie passen sich ihrer neuen Umgebung an und profitieren sogar von der Nähe zum Menschen. Der Tscheche Vaclav Chaloupek hat versucht, mehr über die Anpassungsfähigkeit der Tiere zu erfahren - da wurde er ungewollt zur Ersatzmutter von zwei Bärenwaisen. Was er herausgefunden und erlebt hat, lässt diese Tiere und ihre Klugheit in neuem Licht erscheinen. Ein Jahr zieht Vaclav Chaloupek zwei europäische Braunbären groß. Er teilt mit ihnen sein Haus, spendet ihnen Körperwärme, füttert sie und erklärt ihnen die Welt - wie es eine Bärenmutter tun würde. Nur durch diese unmittelbare Nähe hat er die einmalige Chance, mehr und vor allem bisher Unbekanntes über Bären zu lernen. Eins wird schnell klar: Bär ist nicht gleich Bär. Während das Weibchen als vorsichtige Entdeckerin die Welt erkundet, ist das Männchen ein ungestümer Rüpel, der Vaclav oft an seine Grenzen und nicht selten in brenzlige Situationen bringt. Je älter die Bären werden, umso schwieriger wird es, die beiden auf ihren abenteuerlichen Streifzügen durch den fast unberührten Böhmer Wald zu bändigen. Vor allem, wenn ihnen doch einmal fremde Menschen begegnen. Die Bärengeschwister sind nicht aggressiv, aber sie haben Menschen gegenüber keine Scheu. Das könnte ihnen irgendwann zum Verhängnis werden. Weil Bären unglaublich klug sind, finden sie sich schnell in einer durch Menschen geprägten Umwelt zurecht. Mehr noch: Sie akzeptieren ihre besondere Situation nicht nur, sie fühlen sich offensichtlich auch noch sehr wohl: ein deutliches Zeichen, wie anpassungsfähig Bären sind. Doch wieviel Ursprung, wieviel "echter" Bär steckt dann noch in ihnen? Haben die beiden nicht schon längst alles Wilde verloren? Sind sie überhaupt noch mit ihren wilden Verwandten zu vergleichen? Die beiden Bärenkinder sind der lebende Beweis dafür, dass sie durch ihre Cleverness über ihren angestammten Lebensraum hinauswachsen können, ohne ihre Identität zu verlieren. Der Film zeigt intime und sensationelle Bilder von jungen Bären: wie sie ihre Umwelt gemeinsam mit Vaclav Chaloupek erkunden, wie sie von ihrer Ersatzmutter lernen, aber auch, was an Wissen bereits in ihren Genen steckt.
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