- Von nie gelieferten Möbeln, einem abgetauchten Unternehmer und einer Stolperfalle auf der Alm Bezahlt, nicht geliefert, Geld weg. So geht es mehreren Personen, die Geschäftsbeziehungen mit einem ehemaligen Möbelgeschäft im noblen Kitzbühel hatten. Sie haben sich an Schauplatz Gericht gewandt, weil die Betreiberin und ihr Mitarbeiter Möbel verkauft und nie geliefert haben. Ein Schaden von Zigtausenden Euro soll so entstanden sein - unter den Gläubigern sind ehemalige Vermieter, Geschäftspartner und Kunden. Manche von ihnen haben bei Gericht geklagt und Recht bekommen - doch der Gerichtsvollzieher stand immer wieder vor verschlossenen Türen. Das Möbelgeschäft gibt es zwar nicht mehr, doch die Geschädigten vermuten, dass die teilweise gepfändeten Möbelstücke in ein anderes Geschäft in Kitzbühel gebracht wurden, das der Sohn des charismatischen Verkäufers betreibt. So soll Vermögen vor dem Gerichtsvollzieher versteckt worden sein. Recherchen von Schauplatz Gericht haben ergeben, dass der Möbelhändler für die Staatsanwaltschaften in Österreich und Deutschland kein Unbekannter ist. Er wurde erst letztes Jahr in Deutschland wegen Betruges verurteilt und ist auf Bewährung. Er hatte Möbel verkauft und laut Urteil nie vorgehabt, sie zu liefern. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ermittelt nun gegen mehrere Personen. Es geht um betrügerische Krida und Vollstreckungsvereitelung. Gibt es für die Gläubiger noch Hoffnung, an ihr Geld zu kommen? Im zweiten Fall beschäftigt uns eine ähnliche Geschichte, die in einem anderen Milieu spielt. Herr R. wollte sein Auto bei einem afghanischen Autohändler in Wien verkaufen. Dieser hat das Auto dann tatsächlich verkauft, den vereinbarten Verkaufserlös von 5000 Euro aber nie an Herrn R. ausbezahlt. Er klagte den Autohändler auf Zahlung und bekam Recht. Herr R. dachte, die Angelegenheit sei damit erledigt. Doch auch in diesem Fall konnte der Gerichtsvollzieher das Geld nicht eintreiben. Denn der Unternehmer hatte Konkurs angemeldet und sich in einer Wiener Obdachloseneinrichtung angemeldet. Recherchen von Schauplatz Gericht zeigen, dass der angeblich wohnungs- und mittellose Autohändler aber nach wie vor teure Luxusautos verkauft. Handelt es sich um ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Justiz?