Kultur, Magazin
artour
MDR
08.04.,
22:10 - 22:40
Infos
Originaltitel
artour - Das Kulturmagazin des MDR
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2021
Helga Schuberts neues Buch "Vom Aufstehen. Ein Leben in Geschichten" "Wenn eine Helga heißt, weiß man gleich, sie ist im Zweiten Weltkrieg oder davor geboren. Alle meine Vorgängerinnen und Nebenbuhlerinnen bei Männern und die Schriftstellerinnen meiner Generation hatten diesen Vornamen: Helga Königsdorf, Helga Novak, Helga Schütz." - Das schreibt Helga Schubert in ihrer Erzählung "Vom Aufstehen". Es ist im Grunde die Beschreibung einer lebenslang anhaltenden schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung. Dafür bekam sie mit 80 Jahren, 2020, den Ingeborg-Bachmann-Preis und ist damit die älteste Preisträgerin dieser Veranstaltung. Der Bachmann-Preis war für sie nicht die späte Genugtuung, sagt sie, er war für sie Ermutigung, jetzt, 2021, wieder etwas zu veröffentlichen, ihr letztes Buch erschien 2003. Herausgekommen ist der Erzählband "Vom Aufstehen. Ein Leben in Geschichten" - und landete auf Platz 4 der Bestsellerlisten. Über Bestattungskultur in Zeiten von Corona Warum krempelt ein 30-Jähriger sein Leben um, schmeißt seinen gutbezahlten Job als Musikmanager bekannter Rockgruppen hin, um was zu werden? Bestatter? Eine dieser farblosen Gestalten in schlechtsitzenden schwarzen Anzügen und ausgetretenen Schuhen, mit einem Gesichtsausdruck, der auf Magengeschwüre tippen lässt? Falsches Bild. Eric Wrede, den wir in seinem Bestattungsladen in Leipzig treffen, entspricht dem Slogan auf der Fensterscheibe seines Geschäfts - "lebensnah". Von der Statur eher Zehnkämpfer als Seelentröster, mit schwarzen Jeans und T-Shirt, ist er einer der unkonventionellsten Trauerbegleiter Deutschlands. Einen Tag lang waren wir mit dem Mann für die letzten Dinge unterwegs, haben erfahren, was zu einem "guten Abschied" gehört und wie Eric Wrede selbst "verabschiedet" werden will. Wie weit geht "political correctness"? Darf eine Übersetzerin weißer Hautfarbe das Gedicht "The Hill We Climb" der schwarzen Schriftstellerin Amanda Gorman übersetzen oder ist das eine politisch unkorrekte, anmaßende "kulturelle Aneignung"? Oder, in letzter Konsequenz: Darf ein Nicht-Italiener Pizza backen? In den Sozialen Medien bricht sich eine neue Verbotskultur Bahn. "Generation Beleidigt - von der Sprachpolizei zur Gedankenpolizei" überschreibt die französische Feministin Caroline Fourest ihre Analyse linken identitätspolitischen Denkens, das auf Kultur und Gesellschaft übergreift, Debatten unter Verdacht stellt und damit den gesellschaftlichen Diskurs ersticken könnte. Howard Carpendale wurde 75 und schlägt ernste Töne an Der Südafrikaner Howard Carpendale begann als Elvis-Imitator und Beat-Sänger. Dann kam "Das schöne Mädchen von Seite 1" und brachte ihm den ersten Platz beim Deutschen Schlager-Wettbewerb 1970. Über Jahrzehnte war er Liebling der Medien und der älteren Damen. 2003 gab er sein letztes Konzert, um dann aber 2007 den Rücktritt vom Rücktritt zu erklären und seitdem wieder aufzutreten. Jetzt denkt er auch über Apartheid, den Kapitalismus und das eigene Ende nach.
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