80 Jahre Udo Lindenberg – Ein Rückblick: "Ich bin Abenteurer, bis es mich wegreißt und ich auf der Bühne sterbe", so beurteilte Panikrocker Udo Lindenberg einmal seine nicht enden wollende Leidenschaft für die Musik. Im Mai wird der konventionslose Musiker, der so charmant wie erfolgreich auf alle Regeln pfeift, 80. Schon jetzt wird er mit Ausstellungen und einer Lexikon-Biografie geehrt. Verfasst hat sie einer seiner größten Fans, sein Freund Benjamin von Stuckrad-Barre unter dem Titel "Udo Fröhliche". Seit seiner Kindheit ist der Pop-Literat gefangen vom "Udo-Kosmos", seit mittlerweile 25 Jahren sind die beiden befreundet. Lindenberg, der eine ausgeprägte Vorliebe für Spitznamen hat, nennt seinen Freund "Stuckiman", den Namen führt dieser mittlerweile sogar als Künstlernamen in seinem Pass an. Schon vor zehn Jahren hat "Stuckiman" seinem Idol eine Biografie geschenkt, der er einen Neuanstrich verpasst hat. Es ist eine Art Udo-Lexikon geworden – von A, wie Alkohol bis Z, wie Zigarre. Stuckrad-Barre spart darin nicht mit Anekdoten. Der "kulturMONTAG" taucht gemeinsam mit dem Autor ein in das unvergleichliche "Udo-Versum". Kein Lichtblick – Die prekäre Situation für Österreichs Kulturschaffende: Jüngst hat AMS-Chef Johannes Kopf eine positive Zwischenbilanz gezogen. Dadurch, dass die Zuverdienstmöglichkeiten von Arbeitslosen seit Anfang des Jahres wegfallen, sei die Anzahl der geringfügig Beschäftigten neben Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe enorm gesunken. In der Kulturbranche spitzt sich die Lage jedoch deutlich zu. Denn Künstlerinnen und Künstler zählen neben Arbeitslosen, Alleinerziehenden und alleinstehenden Frauen in Pension zu den Gruppen mit dem höchsten Risiko für Armut und Ausgrenzung. Laut der jüngsten großen Studie zur sozialen Lage dieser Berufszweige von 2018 galten mehr als dreißig Prozent der Kulturschaffenden als armutsgefährdet – im Vergleich zu 14 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Abschaffung der Zuverdienstmöglichkeit trifft etwa Beleuchter:innen, Schauspieler:innen oder Maskenbildnerinnen und -bildner bis ins Mark. Schließlich sei das Zubrot aufgrund der atypischen Beschäftigung für viele im Kulturbereich tätige Menschen die einzige Möglichkeit, finanziell über die Runden zu kommen. Die Regierung erhofft sich von dieser Neuregelung, dass betroffene Personen in Vollbeschäftigung eintreten werden. Doch diese Bedingungen sind im Kulturbetrieb nicht gegeben. Ein Filmset ist eben keine Bäckerei. Wird somit der eigentliche Beruf zum Hobby, wenn Brotberufe zum Überleben notwendig sind? Welche kurzfristigen und langfristigen Auswirkungen hat das auf die Branche? Der "kulturMONTAG" hat nachgefragt. Ein Lichtblick –Grundeinkommen für irische Kulturschaffende: Jede Woche 325 Euro vom Staat, bis zu drei Jahre lang: Irland ist in der Zielgeraden, um die Situation für Kulturschaffende zu revolutionieren und will dazu das Grundeinkommen für Künstler:innen etablieren. Nach einer Testphase des Pilotprojekts, das im Jahr 2020 aufgrund der Pandemie initiiert wurde, stellte sich heraus, dass sich die Millionen, die dafür investiert wurden, wieder amortisieren. Laut einer Kosten-Nutzen-Rechnung der Regierung hat das Programm durch höhere Ausgaben im Kunstbereich, Produktivitätssteigerungen und eine geringere Abhängigkeit von anderen Sozialleistungen mehr als seine Nettokosten von 72 Millionen Euro wieder hereingeholt. Kulturminister Patrick O'Donovan sagte bei der Vorstellung des Programms vergangene Woche in Dublin, dass es sich um das weltweit erste seiner Art handele. "Es ist ein gigantischer Schritt nach vorn, den andere Länder nicht unternehmen". In Irland Realität, in Österreich eine Provokation? Der "kulturMONTAG" hat sich auf der grünen Insel auf Lokalaugenschein begeben.