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Kliniken am Limit - Wer überlebt die Krankenhausreform?

Info, Wirtschaft + Konsum • 15.03.2026 • 08:15 - 09:00
Rettungswagen: Obwohl die Notaufnahmen der Krankenhäuser für die Menschen meist der letzte Rettungsanker in der Not sind, machen die Krankenhäuser hier oft ein Millionendefizit.
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Je mehr Krankenhäuser in ländlichen Regionen schließen, umso länger werden die Anfahrtszeiten für Rettungssanitäter und Notärzte.
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Was passiert mit der millionenschweren technischen Ausstattung, wenn die Krankenhäuser diese zukünftig nicht mehr benutzen dürfen? Ärzte und Anwälte im Diakonie-Krankenhaus Jung-Stilling in Siegen überlegen, wie es in Zukunft weitergeht.
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Das Klinikum Mittelmosel in Zell ist Geschichte. Symbolisch tragen Bürger und Mitarbeiter das traditionsreiche Krankenhaus zu Grabe.
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Originaltitel
Kliniken am Limit - Wer überlebt die Krankenhausreform?
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Info, Wirtschaft + Konsum
Die Krankenhausreform ist in aller Munde - doch was bedeutet sie konkret für die medizinische Versorgung in Deutschland? In der Dokumentation zeigt Tatjana Mischke, wie tiefgreifend das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) unser Gesundheitssystem verändern könnte. Deutschland hat eines der teuersten Gesundheitssysteme Europas. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) trat mit einem ambitionierten Ziel an: Kosten senken, Qualität verbessern und das System der Fallpauschalen reformieren. Doch die Umsetzung des KHVVG löst bei Patient*innen, Ärzt*innen und Klinikmitarbeitern vor allem eines aus: Angst. Tatjana Mischke begleitet drei Krankenhäuser in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mitten in dem Reformprozess und wir erleben, wie Ärzte, Pfleger und Patienten um die Zukunft und den Erhalt der Versorgung kämpfen. Das Klinikum Mittelmosel in Zell (Rheinland-Pfalz) ist bereits verloren und die Krankenhaustüren endgültig geschlossen. Zu unrentabel war der Betrieb und aufgrund der Krankenhausreform in absehbarer Zeit nicht mehr aufrecht zu erhalten. Bis zuletzt haben sich Bürger und Mediziner für den Erhalt der eingesetzt. Ist die Versorgung in der Region auch ohne das Krankenhaus sicher? Im Kreiskrankenhaus Emmendingen (Baden-Württemberg) wurde gerade der Ausbau der OP-Säle mit Investitionen in Millionenhöhe unterstützt, jetzt ist unsicher, welche Leistungen in Zukunft noch angeboten werden dürfen. Keine einfache Aufgabe für den Geschäftsführer Armin Müller: Er muss nach innen Sicherheit kommunizieren und nach außen Kritik an der Reform üben. Denn dass sich der ökonomische Druck auf die Häuser in Zukunft verbessern würde, ist hier nicht erkennbar. In Nordrhein-Westfalen wurde die Krankenhauslandschaft bereits reformiert. Die Reform gilt als Blaupause für die restlichen Bundesländer. Aber es zeigt sich, welche Herausforderungen die neue Krankenhauslandschaft mit sich bringt - von juristischen Kämpfen bis hin zu Versorgungslücken, die einige Patienten mit stundenlangen Fahrzeiten konfrontieren. Was können andere Bundesländer aus den Fehlern in NRW lernen?